Dialoge mit Andersglaubenden sind als Entwicklungspotential, nicht als Bedrohung zu sehen: interreligiös-komparatives Inbezugsetzen des Eigenen und Anderen ermöglicht neues, vertieftes Verstehen. Zu dieser Schlüsselfrage heutiger Kommunikation von und über Religion stellt Christoph Gellner inspirierende Impulse dreier Buch-Neuerscheinungen vor.
Rilkes daseinserhellende Dichtung
Rilke – das ist, noch immer, eine Glaubensfrage. Kaum jemand, der sein umfangreiches, bis heute faszinierendes Werk kennt, steht ihm neutral gegenüber. Rilkes Stundenbuch, das mit lyrischen Anrufungen wie „Du, Nachbar Gott“ aufwartet und seinen Ruf als „religiöser Dichter“ begründete, wurde sowohl von Karl Barth („fromme Unverschämtheiten“) als auch von Bertolt Brecht („absolut schwul“) kritisiert. … Weiterlesen